Die Stimmung im Team wirkt direkt auf den Betrieb. Wer sich geschätzt fühlt und motiviert ist, arbeitet engagierter, bleibt länger im Unternehmen und liefert bessere Ergebnisse. Das lässt sich messen. Eine gute Moral hält sich aber nicht von selbst. Sie braucht bewusstes und beständiges Handeln an
Wissenschaftliche Pausen im Job
Gute Pausen sind kurz, kommen regelmäßig und sind aktiv: aufstehen, sich bewegen, vom Bildschirm wegsehen und etwas anderes tun. Wer lange konzentriert arbeitet und sich nie bewusst erholt, schafft am Ende weniger, macht mehr Fehler und steht unter Stress. Durchdachte Pausen halten die Konzentration, bauen geistige Erschöpfung ab und heben die Qualität der Arbeit. Sie unterbrechen produktives Arbeiten nicht, sie gehören zu seinen Voraussetzungen.
Wichtige Erkenntnisse
Regelmäßige Pausen helfen dem Gehirn, den Fokus wiederherzustellen, Stress zu reduzieren und die Gesamtproduktivität zu steigern.
Die Qualität der Pausen ist wichtiger als die Dauer: Aktive und abwechslungsreiche Erholung bringt mehr Energie zurück.
Es lohnt sich, sich zu bewegen, vom Bildschirm wegzutreten und zu anderen Aktivitäten zu wechseln.
Die Rolle der Pausen
Der Nutzen von Pausen sammelt sich über den Arbeitstag an und hat mehrere Seiten:
- Kognitiver Reset: Lange Konzentration macht müde. In der Pause baut das Gehirn angestaute Anspannung ab und findet zu Aufmerksamkeit und Kreativität zurück.
- Stressreduktion: Wer ohne Unterbrechung durcharbeitet, treibt seinen Cortisolspiegel nach oben. Kurze Ruhephasen lösen die körperliche Anspannung, und man fühlt sich bei der Arbeit wohler.
- Fehlerverhinderung: Ein müdes Gehirn macht mehr Fehler. Wer sich in der Pause erholt, bleibt länger klar im Kopf, und ohne klaren Kopf gelingt keine genaue Arbeit.
- Verbesserte körperliche Gesundheit: Langes Sitzen ist mit messbaren Gesundheitsrisiken verbunden. Bewegungspausen bringen den Kreislauf in Schwung und senken das Risiko für Rücken- und Nackenbeschwerden, die durch starre Haltung entstehen.
Timing und Dauer
Wann und wie lange man pausieren sollte, dazu gibt es einige bekannte Ansätze:
- Die 52/17-Regel: Eine Studie der Draugiem Group fand heraus, dass die produktivsten Mitarbeiter 52 Minuten arbeiteten und dann 17 Minuten ruhten. Mit diesem Rhythmus bleibt die Konzentration hoch. Die Erschöpfung, die sich bei langen Arbeitsphasen ohne Unterbrechung aufbaut, kommt gar nicht erst auf.
- Pomodoro Technique: 25 Minuten konzentrierte Arbeit, danach 5 Minuten Pause. Nach vier Durchgängen folgt eine längere Pause von 15-30 Minuten. Das hilft vor allem Menschen, denen es schwerfällt, lange bei der Sache zu bleiben.
- Kurze und häufige Pausen: Schon eine sehr kurze Pause in regelmäßigen Abständen bringt spürbar etwas. Regelmäßigkeit zählt genauso viel wie Dauer.
Wie lang die richtige Pause ist, hängt von der Person und der Aufgabe ab. Das Prinzip bleibt aber gleich: Häufige kurze Pausen halten das Energieniveau im Schnitt höher als wenige lange.
Pausenstrategien
Wie gut eine Pause erholt, hängt davon ab, was man in ihr tut. Die folgenden Ansätze wirken immer wieder besser als passives Ausruhen vor einem Bildschirm:
- Körperliche Bewegung: Aufstehen, sich strecken, durchs Büro gehen oder ein paar Minuten vor die Tür treten bringt den Kreislauf in Gang und löst die Verspannungen, die sich am Schreibtisch aufbauen.
- Bildschirmtrennung: Die Augen brauchen Erholung von der Naharbeit am Bildschirm. Ein Blick in die Ferne – am besten ins Grüne – oder kurz geschlossene Augen entlasten sie.
- Hydratation: Flüssigkeitsmangel wirkt sich direkt auf die Konzentration aus. Ein Glas Wasser in der Pause tut dem Körper gut und ist zugleich ein Anlass, von der Aufgabe loszukommen.
- Aktivitätswechsel: Ist die Arbeit vor allem geistig, lohnt sich in der Pause etwas Körperliches oder Kreatives. Die Erholung ist dann eine ganz andere. Musik hören, kurz etwas skizzieren oder den Schreibtisch aufräumen wirkt anders als noch mehr Zeit vor dem Monitor.
- Kurze soziale Interaktion: Ein kurzer, freundlicher Austausch mit einer Kollegin oder einem Kollegen löst Anspannung und lenkt die Aufmerksamkeit um. Lange Gespräche, aus denen neue Aufgaben entstehen, bewirken das Gegenteil.
- Dedizierte Mahlzeitenpausen: Essen neben der Arbeit ist keine Pause. Wer mittags die Umgebung wechselt, hilft dem Gehirn, sich vom Arbeitskontext zu lösen. Am Schreibtisch gelingt das nicht.
Durch soziale Medien zu scrollen oder in der Pause die Arbeits-E-Mails zu lesen, fühlt sich nach Erholung an, ist aber keine. Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung bleiben ja weiter beschäftigt.
Eine interessante Tatsache
In Japan hat sich seit den 1980er Jahren die Praxis des inemuri eingebürgert, ein kurzes Nickerchen tagsüber bei der Arbeit oder in der Öffentlichkeit. Sie ist dort längst fester Teil der Arbeitskultur.
Verwandte Artikel:
Für praktische Ansätze zur Effektivität der Remote-Arbeit, lesen Sie Effektive Tipps für erfolgreiche Remote-Arbeit.
Für evidenzbasierte Rahmenwerke zur Zielsetzung, lesen Sie Wie man Ziele setzt: Praktische Strategien zum Erfolg.
Für Ansätze zur datengetriebenen Entscheidungsfindung im Projektmanagement, lesen Sie Datenanalyse im Projektmanagement: Verbesserung der Entscheidungsfindung und Projektergebnisse. Mehr dazu: Teams-Management-Software, Persönliche Produktivitätssoftware.
Fazit
Pausen sind kein Zugeständnis an die Müdigkeit. Sie sind ein Werkzeug, um Konzentration, Genauigkeit und Qualität zu halten, die sich bei Arbeit ohne Erholung nicht halten lassen. Wer regelmäßig und bewusst pausiert, bleibt über den Tag und die Woche aufmerksamer, weniger gestresst und arbeitet insgesamt besser.
Empfohlene Lektüre
"Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World"
Wie man tiefe Konzentration erreicht und hält, und welche Rolle bewusste Erholung dabei spielt, lange fokussiert zu bleiben.
"The Power of Full Engagement"
Zeigt, warum nachhaltige Produktivität vor allem vom Energiemanagement abhängt und weniger vom Zeitmanagement, und warum Erholung dabei im Mittelpunkt steht.
"Rest: Why You Get More Done When You Work Less"
Eine forschungsbasierte Untersuchung, wie Ruhe und zielgerichtete Pausen Kreativität und Arbeitseffizienz in der Wissensarbeit steigern.